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und schauen fern.

Kategorie: ORF

Barack Obama hat einer taumelnden Schwangeren, die bereits von anderen Personen gestützt wurde, die Hand entgegen gestreckt. Verschiedenste Medien stilisierten diese simple Geste des US-Präsidenten zu einer Heldentat und machten allein Obama zum Retter in höchster Not.

collage_obama

Der Tenor war in allen Medien derselbe: „Obama fing ohnmächtige Schwangere auf“ (orf.at) bzw. „Obama rettete Schwangere“ (oe24.at). Mal nannte man Obama einen „Nothelfer“ (APA, derstandard.at, nachrichten.at, wienerzeitung.at, news.at), oder gleich einen „heldenhaften Präsidenten“, der die Frau vor einem „gefährlichen Sturz bewahrte“ (heute.at).

Lobhudelei nahe am Personenkult. Davon abgesehen: Die Frau wurde gar nicht ohnmächtig. Aber urteilt selbst:

In der Zeit im Bild – am 18. Juli um 13 Uhr (Beitrag in der ORF TVthek eine Woche abrufbar) – wurden bei einem Bild, zur Ankündigung eines Beitrags, die Logos zweier Konkurrenzsender einfach wegretuschiert. Die Schriftzüge der Privatsender befanden sich auf den gut sichtbaren Mikrofonen. Im Beitrag selbst waren die Logos anschließend wieder deutlich erkennbar.

orf_logos_nichtretuschiert

Auf Anfrage von Kobuk schickte uns Markus Wibmer von der ORF-Pressestelle folgende Stellungnahme:

„Der ORF bedauert – gerade im Licht der Diskussion vor wenigen Tagen –, dass es durch die individuelle Fehlleistung eines Mitarbeiters zu diesem Fehler gekommen ist. Aufgrund des sehr engen Zeitkorsetts konnte das Hintergrundbild inhaltlich-redaktionell nicht mehr kontrolliert werden. Es wurden jedoch mittlerweile Vorkehrungen getroffen, zukünftig solche Fehler auszuschließen.“

Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art: Vor kurzem wurde aus einem Foto auf ORF.at, welches bei der Zwischenlandung des bolivianischen Präsidenten Evo Morales in Wien aufgenommen wurde, das Logo des Radiosenders 88.6 wegretuschiert. Laut ORF-On-Geschäftsführer Karl Pachner war das „redaktionelle Linie“ – die Firmenlogos könnten schließlich vom eigentlichen Bildinhalt ablenken. Für ORF.at wurde diese Vorgabe schließlich aufgehoben. Bis zur ZIB-Redaktion haben sich die neuen Regeln aber wohl noch nicht herumgesprochen.

Die „Sport Bild“ hat am 20. März exklusiv in der Printausgabe berichtet, der Extremsportler Felix Baumgartner wolle zum Mond fliegen und suche noch einen Sponsor. Die dpa verbreitete die Nachricht, die APA übernahm sie.  Nahezu alle größeren österreichischen Medien ebenso wie etliche deutsche Zeitungen veröffentlichten die Geschichte. Aber niemand fragte nach, ob die Meldung stimmt. So machte eine Ente ihre Runde.

Die Gratiszeitung „Heute“ brachte die Story am nächsten Tag sogar aufs Cover : „Ich will auf den Mond fliegen“. Die Online-Ausgaben der Kleinen Zeitung, News, Kurier, Salzburger Nachrichten, Kronen Zeitung, Standard, Ö3, und viele mehr stellten die Geschichte vom geplanten Mondflug mit leichten Variationen ins Netz. Die Salzburger Nachrichten, Kleine, Kurier u.a. brachten die Story auch gedruckt.

Nachdem am Sonntag auch „Österreich“ die Geschichte groß brachte, wurde es „Super-Felix“ offenbar zu viel.  Auf Facebook dementierte Felix Baumgartner die Spekulationen.

Es ist immer wieder bemerkenswert mit welcher „billigen effekthascherei“ manche Medienvertreter versuchen Auflage zu machen!!! Als ich neulich beim Laureus Award gefragt wuerde ob ich noch Traeume habe sagte ich:“ Ja, ich wuerde gern zum Mond fliegen“. Daraus wurde dann- „Felix plant naechsten Coup!!“ Diese headline ist so weit von der Wahrheit entfernt wie die Erde vom Mond. Es gibt weder Plaene noch wurde jemals mit meinem langjaehrigen Partner Red Bull darueber gesprochen!!! Ich konzentriere mich in Zukunft auf’s Helikopter fliegen und meine Aufgabe als UN Botschafter. Also liebe Medienvertreter, wenn euch guter Journalismus am Herzen liegt dann schreibt Ihr genau das!! Wenn nicht- habt ihr mir recht gegeben!!Lg Euer Felix

Update: Die APA hat die Meldung von der dpa übernommen. Wir haben das oben im Text entsprechend ergänzt.

Ausgerechnet eine Doku über „Lichtnahrung“ markiert einen der dunklen Momente in der jüngeren Geschichte des ORF. Ich will das jetzt aber gar nicht vertiefen. Professor Ulrich Berger hat schon vor Jahren die interessantesten Rezensionen und aufschlussreiche Fakten zusammengetragen. „Der Standard“ hat hier die gestrigen Reaktionen auf Twitter gesammelt, die meisten zwischen Galgenhumor und Fassungslosigkeit.

Für mich stellt sich in diesem Zusammenhang eine andere spannende Frage: Wie sollen Medien korrekt damit umgehen, wenn anerkanntes Wissen von einer überzeugt wirkenden Minderheit lautstark infrage gestellt wird? Wir sehen das ja auch bei den Evolutions-Skeptikern, dem Klimawandel, 9/11 (auch ein sehr dunkler ORF-Moment) und nicht selten in der politischen Debatte.

Statt hier nun für ihre Leser Klarheit und Übersicht zu schaffen, begehen viele Journalisten — sei es aus Bequemlichkeit oder Überforderung — einen für Medienbeobachter eher unerwarteten Fehler. Sie besinnen sich auf ihre Verpflichtung zu Ausgewogenheit und Objektivität. Und das sieht dann so aus: Sie holen zwei Extremstandpunkte ein, stellen sie einander gleichberechtigt gegenüber und lassen das Publikum damit alleine.

Nobelpreisträger Paul Krugman hat diesen klassischen “He Said, She Said”-Stil mal so auf den Punkt gebracht:

Wenn die Liberalen sagen, die Erde sei rund und die Konservativen, sie sei eine Scheibe, steht am nächsten Tag in der Zeitung: „Form der Erde umstritten.“

Einige Medien haben diesen als Objektivität getarnten Nicht-Journalismus mittlerweile als echtes Problem erkannt. Zumindest im englischsprachigen Raum. „False balance“ heißt das dort — falsch verstandene Ausgewogenheit. Die New York Times schreibt dazu:

Falsche Ausgewogenheit ist die journalistische Gepflogenheit, beiden Seiten einer Story gleich viel Gewicht beizumessen, egal ob eine Partei die anerkannte Wahrheit auf ihrer Seite hat. Und viele Leute haben das satt. Sie wollen keine Lügen oder Halbwahrheiten, die der einen Seite geglaubt und gegen die andere verwendet werden. Sie wollen echte Antworten.

Und ich denke, der ORF wäre sogar verpflichtet, diese echten Antworten zu geben. Denn wörtlich heißt es im Gesetz:

„Der Österreichische Rundfunk hat im Dienst von Wissenschaft und Bildung zu stehen.“

Darf er da neutral bleiben und gleichberechtigt zur Wissenschaft Raum für Esoteriker und Obskuranten schaffen, die eine lebensgefährliche Form des Fastens propagieren?

Darf der ORF sich da zurücklehnen und im rhetorischen Zweikampf nach dem Film die Frage nach der Wahrheit ausfechten lassen, als wär’s eine 50:50-Angelegenheit?

Und sollte der öffentlich-rechtliche Rundfunk überhaupt für Gebührengeld eine Doku kaufen und zur besten Sendezeit austrahlen, wenn diese schwerwiegende journalistische Mängel aufweist und die Zuseher durch vielfache Auslassungen  hinter das Licht führt?

Was meint ihr?

 

PS: Haben wir schon mal erwähnt, dass der ORF eine hervorragende Dokumentation über die Kronen Zeitung nie gesendet hat, weil Dichand weil er befand, dass sie „nicht den Qualitätskriterien“ für ORF-Dokus entspräche? (Für ARTE hat’s gelangt.)

„Daher achte ich stets auf das AMA-Gütesiegel. Sicher ist sicher!“
Claudia Reiterer, ORF-Moderatorin, AMA-Kampagne 2009 & 2010

Schon 2009 wunderte sich der ORF-Redakteursrat, dass ORF-General Wrabetz der Moderatorin Claudia Reiterer mit abenteuerlicher Begründung gestattete, für das Gütesiegel der Agrarmarkt Austria (AMA) zu werben. Jurist und Ex-ORF-Kurator Heinrich Keller sah darin gar eine Umgehung des ORF-Gesetzes.

Und heute Abend moderierte besagte AMA-Lady das ORF-Bürgerforum zum Fleischskandal. Trotz des verschärften Verhaltenskodex‚, der seit 2011 für ORF-Journalisten gilt.

„Kann man der Lebensmittelindustrie und ihren Gütesiegeln noch trauen?“
Claudia Reiterer, ORF-Moderatorin, Bürgerforum, 5. März 2013

Wenn sich ausgerechnet eine Journalistin, die bis vor kurzem auf der Payroll einer Lebensmittel-Lobby stand, in der besten Sendezeit kritisch mit ebendieser auseinandersetzen soll, stellt sich die Frage: Wie unabhängig ist der ORF unter Wrabetz?

Diese Frage oder die Frage im Titel soll ORF-Journalisten und auch Frau Reiterer nicht Käuflichkeit unterstellen. Sie soll aufzeigen, dass der ORF mit mangelnder Abgrenzung und Hygiene, wie sie in diesem Fall sichtbar wurden, automatisch die Integrität seiner Journalisten zur Disposition stellt. Eben auch dann, wenn die Antworten dennoch positiv ausfallen.

So habe ich auch die Sendung nicht gesehen und kann nicht beurteilen, wie fair die Moderation war. Das ist auch völlig unerheblich. Wir diskutieren bei einem klar befangenen Richter auch nicht darüber, ob das Urteil vielleicht dennoch fair war. Frau Reiterer hätte entweder den AMA-Auftrag nicht annehmen oder nicht auf diese Sendung programmiert werden dürfen.

(Danke an Patrick W. für den Hinweis!)

Update: Stellungnahme der Chefredakteurin Magazine und Servicesendungen, Waltraud Langer, auf Twitter: „Das ist längst vorbei.“

Gemeinsam mit über 70 Sendeanstalten widmet der ORF sein Programm derzeit eine Woche lang dem internationalen Themenschwerpunkt Armut. Es wäre nun tatsächlich unfair, seine Bemühungen allein am folgenden Video zu messen. Was die Verantwortlichen allerdings geritten hat, Barbara Karlich, die Promi-Millionenshow und „Frisch gekocht“ mit Andi & Alex offiziell als Beitrag zu diesem anspruchsvollen Schwerpunkt auszuweisen, bleibt ein öffentlich-rechtliches Rätsel.

Alleine, arm sind die beiden Letztgenannten ja schon irgendwie, beim Versuch, das Thema mit Gewalt in ihre Show zu backen:


Originalvideo
(auch mit Untertiteln) abrufbar bis 4.12.2012

Alex: Dieses Gericht eignet sich natürlich auch dafür, dass man altbackenes Brot nimmt. Weil s’isch ja heutzutage natürlich – leben wir in einer Zeit, in einer sogenannten Weg…werfgesellschaft. Es wird viel zu viel Zeug weggschmissen. [Andi lacht kurz im Hintergrund] Und irgendwo – wiss ma alle – auf der Welt gibt’s Leut, die haben… [Zu Andi gerichtet] Ja, es is so! Es is so, mein lieber Freund! Und grod do liegt mir des sehr am Herzen, dass dieser Brotkuchen a mit altbackenem Brot … wenn du a Brot dahoam hast, dass du sagst, da mach ich mir einmal das. Natürlich net … jedes Schwarzbrot passt da net, aber mit einem harten Brot oder a Baguette kannst da immer reintun. Jetzt bitte, mein lieber Freund.

Andi: Bin i scho wieder dran? Na i wollt nur sagen, in der Hitze des Gefechtes hab ich verstanden – vielleicht ham Sie’s eh nicht verstanden – es wird viel zu viel Zeit weggeschmissen. Brot hast du wahrscheinlich gemeint?

Alex: Natürl… na … generell Lebensmittel!

Andi: In dieser schnellen Zeit wird viel zu viel Brot weggeschmissen!

Alex: Ja, in dieser heutigen Zeit, in dieser schnellen Zeit!

Andi: Ja genau, ich weiß ja was du meinst, mein Lieber!

Alex: Ja, das freut mich wenn du so gut aufpasst, wenn ich einmal einen Vortrag halt.

Andi: Jo na, das is a interessant, Alexander. Weißt, is ja a wirklich wahr.

Alex: Ja, es is wahr, Und man sagt a immer: „Ja, ja was soll ma, weil können wir auch nix dafür…“. Aber wenn jeder ein bissl darauf achtet, dass er mal beim Einkaufen vielleicht a noch mehr nachschaut: „Brauch i das wirklich alles?“, dann muss man darauf folgend natürlich weniger wegschmeißen. Und das wäre für uns alle gut.

[…]

Alex: Das mit Brot von gestern gemacht, da fallt mir abschließend nur noch ein: „Altes Brot ist nicht hart. Ohne Brot, das ist hart.“ Das isch wieder meine philosophische Ader, in mir. Du… [lacht] Wahnsinn, oder?

Andi: Na, des is psychologisch sehr wertvoll.

Und morgen zum Schwerpunkt im ORF:
„Angst vor der Armut: Ich kann mir das Leben nicht mehr leisten“. Ein aufrüttelnder Talk mit Barbara Karlich, die anhand österreichischer Schicksale schonungslos aufzeigen wird, warum globale Anstrengungen zur Bekämpfung der bittersten Armut auf unserem Planeten jetzt so wichtig sind.

(Mit Dank @schaffertom für diesen Tweet)

 

Diese armen Chinesen. Erst bleiben sie auf ihrer Busreise nach Rom in einer Vorarlberger Sumpfwiese stecken und dann prügelt der ZIB2-Moderator aus ihrem Malheur auch noch jeden Witz heraus, der sich in 38 Sekunden unterbringen lässt:

Originalvideo abrufbar bis 26.11.2012

Zum Schluss möchten wir Ihnen nicht vorenthalten, dass 25 Chinesen die bereits aus der Antike stammende Erkenntnis widerlegt haben, wonach alle Wege nach Rom führen. Und zwar, indem Sie auf ihrer Reise nach Rom einen Weg gewählt haben, der auf diesem sumpfigen Feld in der Lauteracher Ried in Vorarlberg endet. Dort sind sie mit ihrem Reisebus stecken geblieben. Nicht, weil die Vorarlberger topographischen Angaben so schwer ins Chinesische zu übertragen sind, sondern weil das Navi sie ganz offenbar in die Irre geleitet hat. Die Fahrgäste blieben asiatisch gelassen, Probleme mit der Führung werden ja auch im eigenen Land lieber nicht gleich angesprochen.

Brüller, oder? Apropos irreführend:
Moderation und Bildschnitt erwecken den Eindruck, das Navi habe den Bus und seinen scheinbar nicht allzu hellen Fahrer geradewegs in eine Sumpfwiese geführt. Das ist falsch.

Die Route führte entlang einer normalen, befestigten Straße. Allerdings dürfte der Fahrer Hinweisschilder nicht beachtet haben und so war an einer niedrigen, holzüberdachten Brücke Schluss für den Bus. Er versuchte zu wenden und dabei fuhr er notgedrungen in die Wiese. Und von wegen „vom Navi in die Irre geleitet“: Was kann ein PKW-Navi dafür, wenn die Route sich für einen Reisebus als ungeeignet erweist?

Wir haben ja nichts gegen Auflockerung, aber das sind schon beachtliche journalistische Unschärfen für einen Beitrag, der sich immerhin 38 Sekunden Zeit nimmt, um in Zeitlupe zu zeigen wie ein Sack Reis umfällt.

In der Ausgabe vom 8. November berichtet „News“ über den Schauspieler Martin Weinek, der eine Anzeige wegen versuchter Körperverletzung eingebracht hat. Die Identität des Beschuldigten schützt die Zeitschrift  mit einem schwarzen Balken vor seinen Augen. Angesichts der Informationen, die im Text auf den ersten Blick über ihn zu finden sind, wirkt dieser Versuch allerdings lächerlich.

Laut dem Artikel handelt es sich um Thomas S.. „News“ nennt zwar nicht den vollen Namen des Beschuldigten, dafür aber seinen 270-Einwohner großen Wohnort (in dem er der Sohn des Bürgermeisters ist),  seinen Beruf und zahlreiche andere persönliche Informationen. Mit diesen Daten konnte auch Kobuk seinen vollständigen Namen und sein Foto mit einer kurzen Google-Recherche leicht herausfinden. Wie viele Feuerwehrkommandanten, die Sohn des Bürgermeisters sind, gibt es wohl in einem 270-Einwohner Ort?

Da helfen auch ein abgekürzter Nachname und ein Balken über den Augen nicht mehr. Denn, wenn der Rest des erkennbaren Gesichts auf dem Foto Rückschlüsse auf die Identität zulässt, ist dies bereits eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Entscheidend ist, ob das erweiterte persönliche Umfeld (der Bäcker ums Eck oder der Friseur) die Person identifizieren und wiedererkennen kann. Der Oberste Gerichtshof hat das bereits mehrfach bestätigt.

Auch Kurier und ORF-Burgenland berichten über den Vorfall. Sie schreiben ebenfalls vom Sohn des Bürgermeisters, nennen aber nicht den Vornamen, der ORF erwähnt nicht einmal den Ort.  Bekannte werden ihn wohl dennoch erkennen. ORF und Kurier versuchen dies aber immerhin nicht mit einem schwarzen Balken zu kaschieren.


Da hebt Armin Wolf auf seiner Facebook-Seite mächtig gegen die „Kronen-Zeitung“ an, die dem Stratos-Projekt vom Sonntag tatsächlich unrealistisch hohe TV-Seherzahlen andichtete:

Zwei Milliarden waren es nie und nimmer, selbst eine Milliarde wäre mit Sicherheit zu hoch gegriffen. Es waren wohl einige hundert Millionen (weltweite Quotenmessungen gibt es nicht).

Seine Argumente – Zeitverschiebung, mangelnde technische Reichweite – sind überzeugend. Und immerhin kennt sich Wolf „bei TV-Quoten ein bisserl aus„. Welch süße Ironie, dass er selbst nach dem gescheiterten Startversuch am Dienstag einen ZIB2-Beitrag anmoderierte, der noch eins drauflegte und beinahe 3 Milliarden Zuseher weltweit vermutete:

1,8 Mrd. Menschen sollen insgesamt vor den TV-Geräten gesessen sein. Dazu kommt noch einmal 1 Mrd. vor dem Computer.

Zu sehen noch wenige Tage in der TV-Thek. Danke an Thomas Moser, dem das auffiel!

Update: Armin Wolf nimmt dazu auf seiner Facebook-Seite Stellung:

Tja, wer im Glashaus moderiert, sollte erst die eigenen Sendungen nachschauen …. „2,8 Milliarden bei Stratos“ – ganz sicher nicht. Sorry, da haben letzte Woche auch wir (noch größeren) Unsinn erzählt.

Das ist schon fies. Da bietet man als Unternehmer für die Vorstellung seiner neuesten Beauty-Wundercreme fast ein halbes Dutzend Promis auf, für die’s im Alphabet gerade noch Buchstaben gab, und dann kommt dieser Dominic Heinzl mit seinem “Chili”-Team, greift nur die Lachsbrötchen und den neuesten Tratsch ab, aber um welches Produkt genau es bei der Party ging, erwähnt er in seinem Society-Report mit keinem Wort. Schließlich ist er nicht mehr bei den Privaten. Für Werbung gibt’s im Öffentlich-Rechtlichen die Blöcke vor und nach der Sendung. Ja, so sind sie beim ORF.

Von der erkau erhofften PR zur besten Sendezeit bleiben so im Dreiminutenbeitrag (hier abrufbar bis 10. Sep.) nur mehr ein paar Einzelbilder, wo die weibliche Zielgruppe bestenfalls erahnen kann, wofür sie am nächsten Tag die Läden stürmen soll.

Hier ein kurzer Zusammenschnitt dieser raren Momente: