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Wie das Pseudo-Medium Report24 Klimalügen verbreitet

Auf den ersten Blick sieht Report24 aus wie eine durchschnittliche Nachrichtenseite. Die URL lautet: report24.news, die Startseite ähnelt optisch anderen bekannten Medien. Scrollt man nur oberflächlich die Seite herunter, fällt einem vielleicht ein etwas aggressiver Ton in den Titeln auf, aber nicht viel mehr. Tatsächlich handelt es sich bei Report24 aber um eine Desinformations-Plattform. Gerade zum Klima findet sich eine Fülle an Artikeln, die irreführend oder faktisch falsch sind, für Leser:innen aber nicht sofort als Unsinn erkennbar sind. Genau das macht sie gefährlich. Wir haben für diese Recherche 230 Artikel über das Klima überprüft, haben dabei viel Unsinn gefunden – und wurden mit rechtlichen Schritten bedroht. Aber der Reihe nach.

In den über 230 Texten  von Report24 zum Thema Klima tauchen ein paar Narrative immer wieder auf. Sehen wir uns diese genauer an:

Narrativ 1: Menschen beeinflussen den Klimawandel nicht 

Die Redaktion von Report24 behauptet gerne, Menschen haben keinen bedeutenden Einfluss auf den Klimawandel. Das wird mit kreativen Argumenten untermauert. Oft werden auch Studien aus dem Kontext gerissen, Fehlschlüsse gezogen oder Berichte zweifelhaften Ursprungs geteilt.

Sehen wir uns ein Beispiel an. In einem Text vom 8. Juli 2023 behauptet Report24-Chefredakteur Florian Machl, dass Sonnenzyklen und nicht Menschen für die globale Erwärmung verantwortlich sind. Im ersten Absatz argumentiert Machl damit, dass Klimaforscher:innen in Berechnungen zur Erderwärmung „Zehntausende aktive Vulkane unter der Meeresoberfläche“ außer Acht lassen.

Um das zu „belegen“ verlinkt Machl einen weiteren Text auf Report24, ein klassisches Muster in Verschwörungstheoriekreisen: Sie müllen ihr Gegenüber mit Information zu. Aber sehen wir uns auch diesen Text an. Darin wird behauptet, dass „jeder Vulkan Unmengen des angeblich problematischen Klimagases CO2 in die Atmosphäre aus[stößt]“. Report24 schließt daraus, dass alleine durch die Vulkane mehr CO2 in die Atmosphäre kommt, als Menschen je einsparen könnten. Eine irreführende und faktisch längst widerlegte Schlussfolgerung. Hier oder hier gibt es bereits Faktenchecks dazu.

Zurück zum ursprünglichen Text, wissen Sie noch, worum es da ging? Genau, Sonnenzyklen. Wenn Sie es nicht wussten, hat eine klassische Taktik von Desinformationswebsites funktioniert. Während man mit ihrem ersten fadenscheinigen Argument beschäftigt ist, kommen sie schon mit dem nächsten. Jedes einzelne davon zu überprüfen und zu falsifizieren kostet Zeit und Energie. Sonnenzyklen haben, ebenso wenig wie Vulkane, keinen stärkeren Einfluss auf den Klimawandel, als Menschen. Auch dazu gibt es bereits Faktenchecks, wie diesen von AFP. Report24 verlinkt diesen sogar im Text… um ihn zu diffamieren und den Autor persönlich anzugreifen. Zitat: „Man kann – ebenso wie bei Corona – davon ausgehen, dass es sich bei etlichen Autoren um Publizistik-Studenten um die 20 Jahre handelt. (Jener der AFP stammt von Feliks Todtmann, inzwischen Pressesprecher des deutschen Umweltbundesamtes, was für sich alleine bereits einen Skandal darstellt.)“. Ein sachliches Argument sucht man vergeblich.

Oftmals werden in Texten von Report24 auch Experten zitiert, wie etwa Björn Lomborg. Seine Tweets werden als Ausgangspunkt für ideologische Desinformation genommen. So schreibt man zum Beispiel: „Klima-Wissenschaftler: Nicht der Klimawandel tötet Menschen, sondern die Klimapolitik“.

In dem Artikel geht es um Lomborgs Behauptung, dass Kältetode in der Ukraine auf die europäische Sanktionspolitik gegen Russland und auf Klimapolitik allgemein zurückzuführen sind. Dass es die Sanktionen deshalb gibt, weil Russland einen illegalen Angriffskrieg führt, ist hingegen kein Thema.

Lomborg wird als „Klima-Wissenschaftler“ vorgestellt, hat aber eigentlich Politikwissenschaft studiert und in wissenschaftlichen Fachzeitschriften bisher fast nur Meinungsartikel und Kommentare veröffentlicht.

Auch hier sehen wir ein beliebtes Mittel von Desinformation: Unwissenschaftliche Beiträge werden mit seriöser Klimaforschung gleichgesetzt bzw. zweifeln diese an. So entsteht der Eindruck, dass es zwei Seiten von Expert:innen gibt.

Ein weiteres Beispiel: Report24 zweifelt in mehreren Texten (z.B. hier, und hier) an der globalen Erwärmung. Angeblich würde das Eis am Nord- und Südpol sogar zunehmen. Aber stimmt das überhaupt? Nein, es wird weniger. Das zeigt beispielsweise der NDR mit Daten des IPCC und des norwegischen Instituts für Meteorologie. Aktuell ist die Fläche des arktischen Meereises ca. 11 Prozent kleiner als im Zeitraum 1981-2010. Laut einer wissenschaftlichen Studie könnte die Arktis bis 2040 eisfrei sein.

Wie kommt Report24 also darauf, dass das Eis zunimmt? Die Plattform bezieht sich auf Daten vom dänischen Polarportal. Schaut man sich angegebene Quelle an, dann findet man eine Notiz, die in Blockbuchstaben und mit Rot versucht, klarzustellen, dass genau jene Interpretation, die Report24 verbreitet, kompletter Unsinn ist.

Das Narrativ, dass Menschen den Klimawandel nicht beeinflussen, kommt bei Report24 in verschiedenen Formen vor. Entweder werden, wie oben beschrieben, andere Gründe als menschlich verursachte CO2-Emisson für die globale Erwärmung dargestellt oder der „Klimaschwindel“ wird als profitable Erfindung einer Weltelite interpretiert. Was uns zu einem weiteren beliebten Narrativ bringt.

Narrativ 2: Klimaforschung ist ideologisch, von großen Mächten geleitet und soll dazu beitragen eine Klimadiktatur zu etablieren

Report24 behauptet regelmäßig, dass Klimaforscher:innen mit den sogenannten „Globalisten“ des Weltwirtschaftsforums unter einer Decke stecken und an einer Klimadiktatur arbeiten. Globalisten? Damit ist eine Verschwörungstheorie gemeint, laut der eine kleine, elitäre Gruppe im Hinterzimmer daran tüftelt, nationale, politische und kulturelle Identitäten zu zerstören. Dies soll mithilfe von Migration und einem weltweiten Finanz- und Warenmarkt geschehen – und auch durch vorgeschobene Klimaschutz-Maßnahmen, die lediglich die wahren, finsteren Absichten verdecken sollen. Außerdem sind in der Globalisten-Verschwörungstheorie oft antisemitische Inhalte zu finden.

Bei Report24 bekommt diese Theorie viel Raum. So veröffentlicht die Plattform etwa regelmäßig Texte, die sich konkret auf die Verschwörung der Globalisten des Weltwirtschaftsforums beziehen, zum Beispiel diesen über Karsten Haustein von der Universität Leipzig: „Wie könnte ein ‚Wissenschaftler‘ denn auch daneben liegen, wenn er alle Eigenschaften erfüllt, welche der Mainstream heutzutage erwartet? Er ist ‚queer‘, trägt bei TV-Auftritten T-Shirts mit Regenbogen-Einhörnern, sieht ziemlich androgyn aus und … ist hochgelobter Agenda Contributor beim Weltwirtschaftsforum WEF. […] Auch hieraus sieht man wiederum, dass es sich um eine zentral gesteuerte, globalistische Agenda handelt.“ 

Die Globalisten-Theorie zieht sich aber auch durch andere Beiträge, die mit Klima zu tun haben. In einem Text über Veränderungen des Golfstroms, meint man, dass andere Ursachen als jene des Klimawandels bewusst ignoriert werden würden. Zitat: „Denn damit werden die Narrative der Globalisten zum ‚Klimaschädling Mensch‘ nicht unterstützt…“

Beliebt ist in diesem Narrativ auch, eigentlich harmlose Aussagen völlig aus dem Kontext zu reißen und zu verdrehen. Ein Beispiel: Report24 schreibt: „Das Weltwirtschaftsforum will Ihnen Ihr Auto wegnehmen – zur ‚Klimarettung‘“. Angeblich arbeiten die „Globalisten“ daran, eine Klima-Apartheid-Politik durchzusetzen, „die die breite Masse in ihren eigenen kleinen Ghettos hält, während die reichen Eliten weiterhin rund um den Erdball jetten.“

Grundlage dafür ist ein Paper, laut dem das Erreichen der Pariser Klimaziele nur möglich ist „wenn die Elektrifizierung mit einer Verlagerung auf geteilte Mobilität einhergeht […] Das bedeutet, dass öffentliche und gemeinsam genutzte Verkehrssysteme ausgebaut werden müssen, […] und dass kompaktere Städte geschaffen werden müssen, die sich für das Gehen und Radfahren eignen.“

Hier wird also die Idee der Schaffung von Städten, die nicht für Autos, sondern für Menschen gebaut werden, verdreht in „Klima-Apartheid-Politik“.

Neben dem Weltwirtschaftsforum ist auch der Weltklimarat bzw. das IPCC (Intergovernmental Panel in Climate Change) Ziel der Desinformationswebsite. Das IPCC ist eine zwischenstaatliche Organisation der Vereinten Nationen und gilt als höchst angesehene Einrichtung der Klimaforschung.

Report24 unterstellt dem IPCC, eine „Klimadiktatur“ aufbauen zu wollen. In einem Artikel bezieht man sich hierbei auf einen Bericht des Guardians in dem fünf Wissenschaftler:innen des IPCC mehr Einfluss auf politischer Ebene in Sachen Klimaschutz möchten. Sie argumentieren, dass es unverständlich sei, dass die Empfehlungen des IPCC zu keinen konkreten politischen Maßnahmen führen.

Diese Forderungen interpretiert Report24 als Versuch, eine Diktatur zu schaffen. Report24 zieht dabei auch Parallelen zur „Corona-Diktatur“: „Wo die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sich wenigstens ‚nur‘ Sondervollmachten für angebliche ‚Pandemiezeiten‘ geben lassen will, streben die IPCC-Klimaspinner nach einem andauernden Griff nach der Macht.“

IPCC und „Globalisten“ kommen in den meisten Erzählungen von Report24 vor, in denen es darum geht, den Hintergrund für den „Klimaschwindel“ zu erklären. Hinter Klimaschutzmaßnahmen wird fast immer Profitgier und Macht vermutet. Für Gruppen, die im Klimaschutz aktiv sind, gibt es entsprechend wenig zimperliche Zuschreibungen.

Narrativ 3: Klimaaktivist:innen sind Terrorist:innen

Besonders in der ersten Jahreshälfte 2023 gab es bei Report24 mehrere Artikel, in denen Klimaaktivist:innen von der „letzten Generation“, „Extinction Rebellion“ und anderen Gruppen als Terrorist:innen bezeichnet wurden, oftmals gepaart mit irreführenden oder faktisch falschen Behauptungen.

Das zeigt sich an einem bekannten Fall. Am 31. Oktober 2022 wird eine Radfahrerin in Berlin von einem Betonmischer überfahren und stirbt. Einsatzfahrzeuge machen sich auf den Weg zu ihr. Durch eine Verkehrsblockade der „Letzten Generation“, in Medien bekannt als „Klimakleber“, läuft der Einsatz nicht planmäßig ab. Ein Stau entsteht, die Feuerwehr kommt nur mit Verspätung an. Gefundenes Fressen für Report24.

Report24 sammelt in einem Kommentar Tweets von verschiedenen Persönlichkeiten aus dem rechten Lager, die der Aktivist:innengruppe unterstellen, sie „haben einen Menschen auf dem Gewissen“. Weiter heißt es in dem Kommentar, dass die „Letzte Generation“ Fördergelder vom deutschen Wirtschaftsministerium bekommt. Zitat: „Das ist staatliche Finanzierung von Klima-Terrorismus und offenem Rechtsbruch“. Dass die Letzte Generation staatliches Fördergeld bekommen hat, ist aber nachweislich falsch.

Die Obduktion der Radfahrerin ergab außerdem, dass sie ohnehin nicht mehr hätte gerettet werden können. Selbst wenn die Feuerwehr sofort da gewesen wäre, hätte die Notärztin laut Berliner Staatsanwaltschaft entschieden, den Betonmischer nicht mehr anzuheben.

Die Meldung von Report24 dazu? Es gibt sie nicht.

Narrativ 4: Die Klimakatastrophe wurde erfunden, um Geld zu machen

Die Klimakatastrophe wird auf Report24 gerne auch mal als Erfindung bezeichnet, mit der Forscher:innen und Unternehmen Geld machen wollen. So schreibt Report24 etwa, dass Unterstützer:innen der „Grüne[n] Endzeitsekte, die Ökoterroristen der Letzten Degeneration oder die zahllosen Science Prostitutes“, sich mit dem Geld, das von den „Untertanen“ genommen wird, bereichern.

Das deutsche Umweltbundesamt hat sich mit dem Narrativ, dass Wissenschaftler:innen mit dem Klimawandel Geld machen wollen bereits auseinandergesetzt. Dort heißt es:

„Es gibt weder überzeugende Argumente noch Belege dafür, dass weltweit die Fachleute einer ganzen Wissenschaftsdisziplin übertreiben, um an mehr Gelder für die Forschung heranzukommen. Im Gegenteil: Wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Thesen vertreten, die sich später als unhaltbar erweisen oder wenn sie unzutreffende Darstellungen verbreiten, ist ihr wissenschaftliches Ansehen – unter Umständen für ihre gesamte wissenschaftliche Laufbahn – beschädigt.“

Natürlich gibt es Unternehmen, die aufgrund des Klimawandels Geld verdienen können. Deshalb zu behaupten, der Klimawandel sei eine Erfindung, macht aber schlicht keinen Sinn. Ebenso könnte man behaupten, Krebs sei eine von der Pharma-Lobby erfundene Erkrankung, einzig mit dem Zweck, Krebsmedikamente und -therapien zu verkaufen.

Der Call to Action

Vor ein paar Jahren noch gab es solchen Unsinn hauptsächlich auf sozialen Netzwerken. Die Beiträge waren oft so geschrieben, dass man schon am Stil erkennen konnte, dass das keine echten Informationen sind. Viele Rufzeichen hintereinander, willkürliche Wörter in Großbuchstaben, Emojis und immer wieder viel Panik, Panik, Panik. Man erinnere sich etwa an Märchen über „GESCHENKTE IPHONES FÜR FLÜCHTLINGE!!!1“.

Mittlerweile sind Falschmeldungen in Layout und Aufmachung kaum noch von echten Nachrichten zu unterscheiden. Genau das macht sie um ein Vielfaches gefährlicher.

Denn Report24 verbreitet nicht nur Unsinn zum Klimawandel, sondern suggeriert den Leser:innen auch, dass es Zeit wird, sich gegen die drohende „Klima-Diktatur“ zu wehren. So schreibt Report24 zum Beispiel über Klimakleber, dass die angebliche Zögerlichkeit seitens der Polizei dazu führen werde, dass Menschen irgendwann „die Sache selbst in die Hand nehmen“. In einem weiteren Artikel attestiert man der „Klimasekte“ Narrenfreiheit, Zitat: „Bis noch mehr Menschen sterben – oder die Bürger sich gezwungen sehen, den Wahnsinn zu stoppen.“ Ähnliche Texte gibt es noch viele weitere mehr.

Das sorgt für eine aufgeheizte Stimmung bei denen, die diesen Unsinn lesen.

Die Kommentare

Als Distributionskanal nutzt Report24 gerne Telegram. Dort hat das „Medium“ mehr als 41.000 Follower:innen. Und die übernehmen in den Kommentaren zu den Texten teilweise Wordings des Blogs und lassen ihren Gewaltfantasien gegenüber Medienvertreter:innen, Politiker:innen und Klimaaktivist:innen der „letzten Generation“ freien Lauf. Lesen Sie selbst.

Die handelnden Personen

Wer steckt hinter Report24? Wer ist für diese Flut an Schwachsinn verantwortlich? Die Redaktion besteht laut eigenen Angaben aus sieben Personen, wobei nur zwei von ihnen mit ihrem Klarnamen und Bild auftreten. Die anderen möchten anonym bleiben, „zum Schutz vor Repression als auch unserer Informanten“ heißt es.

Der Chefredakteur: Florian Machl
Machl ist seit März 2022 Chefredakteur des Verschwörungsblogs. Bei seiner Bio auf der Website hat er nicht mit Theatralik gespart: „Er hat sich bedingungslos der Suche nach der Wahrheit verschrieben. Die Leser schätzen sein Talent, komplexe Sachverhalte nachvollziehbar zusammenzufassen und zu schildern.“ Direkt darunter befindet sich ein FPÖ-Werbebanner. Florian Machl soll laut Recherchen des Blogs stopptdierechten.at unter dem Pseudonym Willi Huber bereits seit 2021 für Report24 und davor für den Wochenblick schreiben.

Wir haben Machl angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Bereits sein erster Satz ist bemerkenswert:

„Es ist mir absolut bewusst, dass Sie Teil einer linken bis linksextremen Medienmeute sind, welche andere Meinungen nicht zulassen möchte und sich als „nützliche Idioten“ vor den Karren des Globalismus spannen lassen, der sie selbstverständlich dafür bezahlt.“

Inhaltlich bleibt er bei allen genannten Punkten: Eine globaler Temperaturanstieg von 1,5 Grad sei „ohne Evidenz“ und „Klima-Terroristen“ seien deshalb solche, weil sie „ein politisches Ziel durch das Verüben von kriminellen Taten“ erreichen wollen.

Und zu den Aufrufen zu Gewalt sagt er: „Ob irgendjemand irgendwo irgendwelche dummen Postings absetzt ist mir ziemlich egal. Wenn wir davon hören, löschen wir solche Postings. Dazu muss unser Admin Team diese aktiv sehen oder sie müssen gemeldet werden.“

Bei der Fülle an Postings mit Gewaltaufrufen ist es jedoch vermutlich eher so, dass man aktiv wegschauen muss, um diese nicht zu sehen.

Die Redakteurin: Edith Brötzner
Brötzner ist die einzige Person, die neben Machl ihr Gesicht auf der Website zeigt. Sie hat sich im Netzwerk des Rechtsextremisten Stefan Magnet einen Namen gemacht. 2021 ist sie mit der Gruppe „oberösterreichische Phantome“ in einem weißen Ganzkörperanzug vor Hitlers Geburtshaus aufgetreten. Auch bei einer Pressekonferenz von Herbert Kickl zur Impfung hat sie als Speakerin teilgenommen. Brötzner war außerdem sehr aktiv bei Corona-Maßnahmengegner-Demonstrationen. Jetzt schreibt sie Texte, in denen der Klimawandel geleugnet wird.

Der Anwalt: Manfred Arthofer

Klickt man auf das Impressum, wird als erste Person Manfred Arthofer genannt. Er ist Anwalt und „Postkontakt und Zustellbevollmächtigter“ von Report24. Das besondere daran: Arthofer ist Mitglied der SPÖ Steyregg und hat auch an einigen Gemeinderatssitzungen als Ersatzmitglied teilgenommen. Auf eine Recherchefrage via E-Mail reagierte Arthofer – naja, sagen wir: unentspannt.

Mitte Dezember habe ich ihn und die SPÖ Steyregg gefragt, wie seine Mitgliedschaft bei der SPÖ zu seiner Arbeit mit Report24 passt. Daraufhin hat Arthofer mich mehrmals telefonisch kontaktiert und versucht, mich einzuschüchtern. Etwa hat er nach meinem Geburtsdatum und meiner Adresse gefragt, um mir „einen Brief“ schicken zu können (bisher kam nichts an). Arthofer drohte mehrfach mit Klage und möchte festhalten, dass er keinerlei „Nähe“ zu Report24 habe und lediglich als Anwalt die Verantwortlichen vertrete. Warum er jedoch der Plattform auch schon ein halbstündiges Interview gegeben hat, bleibt unklar.

Die SPÖ Steyregg kommentiert Arthofers Verhältnis zu Report24 so: „Aus einer rein beruflichen Zusammenarbeit lässt sich jedenfalls keine Nähe zur Mandantschaft und dort publizierten Inhalten ableiten.“

Die Finanzierung

Wodurch sich Report24 finanziert, ist nicht genau bekannt. Eine Idee, wer hier seine Zielgruppe ortet, geben uns aber diverse Werbebanner. Der Online-Shops „Shirtzshop“ ist einer der sichtbarsten Werbekunden. Folgende Fußmatten, Anstecknadeln, Medaillen oder Flaggen kann man dort erwerben:

 

Der KOPP Verlag wirbt ebenfalls auf Report24. Dieser Verlag veröffentlicht oft Bücher aus dem rechtsextremen Milieu. Wie z.B. dieses hier:

Auch die FPÖ schaltet Werbung auf Report24.news


Kobuk finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Wer uns unterstützen und damit weitere Recherchen wie diese ermöglichen will, findet alle Infos dazu hier: www.kobuk.at/support


Dieser Artikel entstand im Rahmen des Master-Studiums für Journalismus an der FH-Wien.

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1 Kommentar(e)

Frank Ropen - Am 06. February 2024 um 11:21

„Sonnenzyklen haben, eben so wenig wie Vulkane, einen stärkeren Einfluss auf den Klimawandel, als Menschen.“

Der Satz ist missverständlich.
Haben Sonnenzyklen eine stärkeren Einfluss als der Mensch oder nicht?
Der Satz sagt ja, der Einschub mit „eben so wenig wie Vulkane“ suggeriert nein.